Heinsberg – Einkaufen, Flanieren, Genießen

Als Einkaufsstadt heißt uns die City von Heinsberg willkommen – Mittelpunkt all der umliegenden Quartiere und und Kreisstadt im „Westzipfel“, dem äußersten Westen Deutschlands. Nach der fast völligen Zerstörung durch die Bombardierung am 16. Nov. 1944 wurde im Zuge des Wiederaufbaus aus dem verträumten Landstädtchen eine junge und moderne Stadt.

Ihr Slogan: Heinsberg zieht an. Aus der nahen und weiteren Umgebung kommen die Kunden ins Zentrum von Heinsberg, nicht wenige aus den benachbarten Niederlanden und flanieren über die Hoch- und Apfelstraße. Mit der „Heinsberg Card” verfügt die Einkaufsstadt sogar über eine eigene Bonuskarte. Und ein freier Platz in einem der Restaurants auf der Schlemmermeile am Marktplatz oder in einem der verschiedenen Straßencafés rundet die Shoppingtour ab.

Events

Darüber hinaus lockt Heinsberg über das Jahr mit den verschiedensten Events, mit Stadt- und Industriefest, Open-Air-Festival, Public Viewing, dem TriLAGOn am Lago Laprello und der überregionalen E-Rallye, dem Bier- und Bratwurstfestival oder dem Weihnachts- und Wintermarkt. Heinsberg feiert sogar am 27. April den Koningsdag, den niederländischen Nationalfeiertag. Mit Heinsberg-Galerie, Hallenbad, Bahn- und Bushof, Hotels, Krankenhaus, Altenheimen, Schulen und Kindergärten, Kreisverwaltung, Kreispolizeibehörde, Amtsgericht, Arbeitsamt (Jobcenter) Gesundheitsamt, Zollamt, Justizvollzugsanstalt für jugendliche Gefangene, Stadtbücherei und dem angrenzenden Gewerbegebiet mit Industriepark glänzt das Zentrum zudem mit einer Top- Infrastruktur.

Kunst- und Regionalgeschichte im Begashaus

Doch wirklich einzigartig ist die Kreisstadt wegen ihres Museums für Kunst und Regionalgeschichte, dem „Begas Haus”. Einen Schwerpunkt bildet die bundesweit größte Sammlung von Gemälden, Skulpturen und Grafiken der über vier Generationen wirkenden Künstlerfamilie Begas. Der Stammvater Carl Joseph Begas der Ältere wurde 1794 in Heinsberg geboren. Nur hier sind in einer einzigartigen Sammlung deren Spitzenwerke – Skulpturen, Gemälde und Grafiken – von der Aufklärung über Romantik und Biedermeier bis zum Denkmalskult der Wilhelminischen Kaiserzeit unter einem Dach versammelt.

Altstadt

Das Begashaus ist Teil des Altstadt-Gebäudeensembles mit Propstei und Torbogen, dem von der Lebenshilfe betriebenen Museumscafé „Samocca“, dem Trauzimmer im Dachstuhl des Hauses Lennartz und dem Burg- und Kirchberg mit seinen alten Stadtbefestigungsanlagen. Das Haus Lennartz trägt einen schönen figurengeschmückten gotischen Fries. Propstei wie Torbogenhaus wurden im 18. Jahrhundert im barocken Stil des Aachener Baumeisters Johann Josef Couven umgestaltet.

Das historische Herz mit Kirchberg und Burgberg

Auf dem Kirchberg überragt die vor einigen Jahren mit einer neuen Kirchturmspitze versehene, spätgotische Stiftskirche St. Gangolf aus dem 15. Jahrhundert die Stadt mit all ihren Quartieren. Der Volksmund spricht vom „Selfkant-Dom“, weil man vomKirchturm bis weit in den Selfkant schauen kann. Unter dem Hochchor der Kirche befindet sich eine romanische Krypta aus dem 12. Jahrhundert, in der Reliquien der heiligen Hedwig von Andechs, einer Enkelin der Mathilde von Heinsberg, aufbewahrt werden.

Eine Brücke verbindet den Kirchberg mit dem Burgberg. Vor der angestrahlten Kulisse der Backsteinruinen der ehemaligen Burg veranstaltet man gern Open-Air-Konzerte oder spielt Theater. Auch Gottesdienste finden hier statt.

Burg- und Kirchberg laden zudem zu einem abwechslungsreichen Rundgang ein. Er führt uns vorbei am Rittertürmchen, dem aus dem 14. Jahrhundert stammenden, wohl ältesten Gemäuer in Heinsberg, der Lourdesgrotte und zum „Neuen Rondell”, dem sogenannten Himmelsgärtchen. Neben dem dortigen Aufstieg befindet sich der „unterirdische Gang“, der zu den Kasematten führt, die bei Stadtführungen zugänglich sind. Auch gibt es verschiedene Spielgeräte. Und immer wieder genießen wir den schönen Blick über die Stadt.

Ein Kontrastprogramm zur Spätgotik des SelfkantDoms bietet die restaurierte Christuskirche am Fuße des Kirchbergs. Sie wurde wegen ihrer modernen Innenarchitektur und des nachhaltigen Energiekonzepts ausgezeichnet.

Nicht weit von der Christuskirche an der Einmündung der Erzbischof-Phillipp-Straße in die Linderner Straße befindet sich der Jüdische Friedhof, der schon weit vor 1800 bis 1938 belegt wurde. Zwölf Grabsteine sind erhalten, elf umgeben im Halbkreis einen Gedenkstein, der zwölfte steht am Eingang. Der Friedhof ist eines der vielen Denkmale von Heinsberg.

Stolpersteine zum Gedenken

In diesem Zusammenhang sei auf die Stolpersteine unter anderem auf der Hochstraße und der Apfelstraße hingewiesen, die ab 2018 verlegt wurden, zur Erinnerung an die jüdischen Mitbürger von Heinsberg, die dem Nationalsozialismus zum Opfer fielen. Zusätzlich wurde auf dem Krankenhausgelände eine Stele aufgestellt, um an die Sammelstelle zu erinnern, von der aus Juden am 22. März 1942 frühmorgens zunächst in ein Lager bei Eschweiler und irgendwann, der Zeitpunkt ist nicht bekannt, in die Vernichtungslager gebracht wurden.

Schlangenkapellchen

Zu den besonderen Baudenkmalen im Zentrumgehört auch das älteste noch erhaltene Heinsberger Bürgerhaus an der Hochstraße 98, ein Kleinod, das man neben dem gewaltigen Sparkassengebäude gern übersieht. Oder das nur wenige Gehminuten vom Zentrum gelegene Schlangenkapellchen, Glücksplatz Nr. 38 in der Westzipfelregion, das der Sage nach von Schlangen vor dem Abbruch bewahrt wurde. Von der Westpromenade aus führt ein romantischer Spazierweg durch eine Lindenallee hin zur Kapelle, die ebenfalls von einem kleinen Lindenhain umgeben ist. Schöne Spaziergänge unternehmen die Heinsbergerinnen und Heinsberger auch gerne am Lago Laprello Richtung Theberath oder durch das Klevchen Richtung Schafhausen.

Von Schnaps und Likör

A propos, wer ist überhaupt der Heinsbergerin oder Heinsberger? Nicht zu verwechseln mit dem „Alten Heinsberger“, einem Kornbrannt, der ursprünglich in Heinsberg gebrannt wurde und gern im Tonkrug verschenkt wird.

Noch weitaus bekannter ist der Eierlikör, dessen Geheimrezept Eugen Verpoorten 1876 in Heinsberg erfand und der in fünfter Generation unter diesem Namen weltweit vertrieben wird.

Die Herren von Heinsberg

Der erste Heinsberger von Rang und Namen warGoswin I., der ab 1085 als Herr von Heinsberg erwähnt ist. 1255 wurde Heinsberg erstmals als Oppidum (Stadt) bezeichnet. Sitz der Herren von Heinsberg war die Burg Heinsberg. Als bedeutendstes Mitglied des Hauses Heinsberg gilt Philipp von Heinsberg, Kölner Erzbischof und Erzkanzler unter Kaiser Friedrich Barbarossa. Der Ortsname soll von Graf Heinrich stammen. Man erzählt aber auch, dass Heinsberg von Johanns-Burg/Berg hergeleitet sein könnte.

Wie auch immer, Heinsberg, das ist, wie das “Heinsberg-Lied” sagt, die City und schmucke Dörfer drumherum, von denen jedes sein Gesicht hat. Und das ist es, was Heinsberg zu dem macht, was sich zu entdecken lohnt im westlichsten Zipfel der Bundesrepublik.

Spezialitäten

  • Alter Heinsberger
  • Verpoorten Eierlikör
  • Heinsburger

Sehenswürdigkeiten

  • Selfkant Dom
  • Burgruine
  • Begashaus
  • Schlangenkapellchen
  • Krankenhauskapelle
  • Bildstock Kapellenweg
  • Wegekreuz am Gymnasium
  • Hochkreuz Apfelstraße “Schwanekrütz”
  • Lourdesgrotte am Kirchberg
  • Mariensäule am Kirchbergaufgang
  • Wegekreuz Borsigstraße
  • Wegekreuz Hochstraße
  • Jüdischer Friedhof
  • Evangelischer Friedhof am Waldenrather Weg

Wanderwege

  • Historischer Stadtrundgang (im historischen Stadtführer „Heinsberger Geschichts-Plätzchen beschrieben)
  • Einmal rund durch die Stadt auf der HeinsBär-Route (Speziell für Kinder)
  • über den Burg- und Kirchberg
  • durchs Heinsberger Klevchen
  • um den Lago Laprello

Radtouren

Anschluss an das Radwegenetz Heinsberger Land

Nachbarn

Schafhausen, Schleiden, Grebben, Unterbruch, Lieck, Aphoven, Kempen, Theberath, Karken

Sport und Freizeit

  • Klevchen
  • Lago Laprello mit Wohnmobilstellplatz und Rudermöglichkeit
  • Turnhallen
  • Hallenbad
  • Sport- und Tennisplätze
  • Eisbahn auf dem Weihnachts- und Wintermarkt
  • Pferdesportzentrum Willi Laprell

Quellen

Anna Petra Thomas, Helmut Hawinkels

Fotos: Renate Matzutt